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SCHWEIZER LAUFHUND


URSPRUNG : Schweiz. 

DATUM DER PUBLIKATION DES GÜLTIGEN ORIGINALSTANDARDS : 11.05.1993 

VERWENDUNG : Brackenschlag, welcher spurlaut den Hasen, das Reh, den Fuchs und gelegentlich das Wildschwein jagt. Er jagt selbständig. Er sucht und sticht mit grosser Sicherheit auch in schwierigem Gelände. 

KLASSIFIKATION FCI :

Gruppe 6

Lauf- und Schweisshunde

 

Sektion 1.2

Laufhunde mittlerer Grösse

 

4 Varietäten

Berner Laufhund

 

 

Jura Laufhund

 

 

Luzerner Laufhund

 

 

Schwyzer Laufhund

 

Mit Arbeitsprüfung.

 

KURZER GESCHICHTLICHER ÜBERBLICK : Der Schweizer Laufhund hat einen sehr alten Ursprung. Sein Vorhandensein zur Zeit der Römer in der Schweiz ist durch ein in Avenches gefundenes Mosaik nachgewiesen, auf welchem Meutehunde dargestellt sind, welche mit den Varietäten des Schweizer Laufhundes übereinstimmen. Im 15. Jahrhundert wurde er von italienischen Hundeliebhabern und im 18. Jahrhundert von den Franzosen wegen seinen ausserordentlichen Fähigkeiten bei der Jagd auf den Hasen geschätzt. Seine ursprüngliche Zucht wurde mit Sicherheit durch von Söldnern in die Schweiz gebrachte Französische Laufhunde beeinflusst. Im Jahre 1882 wurde für jede der 5 damaligen Varietäten des Schweizer Laufhundes ein Standard erstellt. Im Jahre 1909 wurden diese Standards überarbeitet und man stellte das vollständige Verschwinden des Thurgauer Laufhundes fest. Am 22. Januar 1933 wurde ein einheitlicher Standard für alle vier Varietäten des Schweizer Laufhundes erstellt. Die ursprüngliche Varietät des Jura Laufhundes Typ St. Hubert ist heute verschwunden. 

ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD : Hund von mittlerer Risthöhe. Sein Körperbau weist auf Kraft und Ausdauer hin. Sein trockener Kopf mit dem langen Fang und dem langen Behang verleiht ihm einer Ausdruck von Adel. 

WICHTIGE MASSVERHÄLTNISSE (PROPORTIONEN) :

Länge des Körpers / Risthöhe

ca.  1.15 : 1

Risthöhe / Tiefe der Brust

ca.  2 : 1

Länge des Nasenrückens / Länge des Oberkopfes

ca.  1 : 1

VERHALTEN UND CHARAKTER (WESEN) : Lebhaft und passioniert für die Jagd. Empfindsam, leicht zu führen und anhänglich.

KOPF 

OBERKOPF : Lang, schmal, trocken, edel ; rundlich gewölbter Oberkopf, Hinterhauptbein sichtbar ; Richtung der Längsachsen des Oberkopfes und des Nasenrückens leicht divergierend. 

STOP : Nicht übertrieben ausgebildet. 

GESICHTSSCHÄDEL 

NASENSCHWAMM : Vollständig schwarz, gut entwickelt ; Nasenlöcher weit geöffnet.

FANG : Die Länge entspricht jener des Oberkopfes ; edel ausgebildet, schmal ; weder eckig noch spitz ; Nasenrücken gerade oder ganz leicht gewölbt. 

LEFZEN : Mässig ausgebildet ; die Oberlippen bedecken genau den Unterkiefer ; Mundwinkel leicht offen. 

KIEFER : Kräftig. 

BACKEN : Trocken, Jochbögen nicht vorstehend. 

GEBISS : Kräftiges regelmässiges und vollständiges Scherengebiss, wobei die obere Schneidezahnreibe ohne Zwichenraum über die untere greift und die Zähne senkrecht im Kiefer stehen. Zangengebiss erlaubt. Das Fehlen von einem oder zwei PM1 oder PM2 Premolaren ist zulässig. M3 (Molaren 3) werden nicht berücksichtigt. 

AUGEN : Dunkler oder heller braun, abgestimmt auf die Farbe des Haarkleides, leicht oval, von mittlerer Grösse. Lidränder gut pigmentiert. Augenlider gut anliegend. Ausdruck sanft. 

BEHANG : Unter der Augenlinie am hintern Teil des Oberkopfes, nie in seiner ganzen Breite angesetzt. In seiner Länge muss er mindestens bis zur Nasenspitze reichen. Ohrmuschel nicht vorstehend. Ohren schmal, gefaltet herabfallend und eingedreht, am unteren Rand abgerundet, geschmeidig und fein behaart. 

HALS : Lang, elegant, gut bemuskelt ; Kehlhaut locker, jedoch ohne nennenswerte Wamme. 

RUMPF 

OBERE PROFILLINIE : Hals, Rücken, Kruppe und Rute bilden eine harmonische, edle Linie. 

RIST : Widerrist angedeutet, Halsansatz frei und elegant. 

RÜCKEN : Fest und gerade ; Lendenpartie gut bemuskelt, biegsam. 

KRUPPE : Länglich, in harmonischer Fortsetzung der Rückenlinie sanft abfallend. Nicht höher als der Widerrist. 

BRUST : Tiefer als breit, gut gewölbt und mindestens bis zur Spitze des Ellenbogens reichend. Langgezogener Rippenkorb mit leicht gewölbten Rippen. 

UNTERE PROFILLINIE UND BAUCH : Bauch nach hinten leicht aufgezogen ; volle Flanken. 

RUTE : In der Verlängerung der Kruppe angesetzt, von mittlerer Länge, sich zur Rutenspitze verjüngend, am Ende mit schwacher Biegung nach oben, edel. In ruhiger Situation und Gangart meist hängend und ohne wesentliche Biegung, bei Aufmerksamkeit und in Aktion über der Rückenlinie getragen, jedoch nie über den Rücken gekippt oder eingerollt ; gut behaart, jedoch keine Bürstenrute. 

VORDERHAND 

ALLGEMEINES : Kräftig bemuskelt, trocken, nicht schwer wirkend. Von vorne gesehen parallel, von der Seite gesehen senkrecht gestellte Vorderläufe von mittlerer Knochenstärke, mit geraden nach vorne gerichteten Pfoten. 

SCHULTERN Schulterblätter lang und schräg, straff mit dem Brustkorb verbunden.

Ideal-Winkelung des Schulterblatt-Oberarm-Gelenkes (scapulo-humerales Gelenk) : ca. 100°. 

OBERARM : Etwas länger als das Schulterblatt, schräg gestellt, eng an der Brust anliegend. Bemuskelung fein. 

ELLENBOGEN : Natürlich dem Brustkorb anliegend. 

UNTERARM : Gerade, stark, trocken. 

VORDERFUSSWURZEL : Kräftig, breit. 

VORDERMITTELFUSS : Relativ kurz ; von vorne gesehen in der senkrechten Linie des Unterarms ; von der Seite gesehen leicht abgewinkelt. 

VORDERPFOTEN : Rundlich, Zehen geschlossen; Ballen rauh und hart; Krallen stark, farblich auf das Haarkleid abgestimmt. 

HINTERHAND 

ALLGEMEINES : Kräftig bemuskelt ; in ausgewogenem Verhältnis zur Vorderhand ; Hinterläufe von hinten gesehen senkrecht und parallel. 

OBERSCHENKEL : Lang und schräg ; kräftig, jedoch flach bemuskelt. Winkelung des Hüft-Oberschenkelgelenkes (coxo-femorales Gelenk) : ca. 110°. 

KNIE : Weder einwärts noch auswärts gedreht. Winkelung des femoro-tiblalen Gelenkes : ca. 120°. 

UNTERSCHENKEL : Relativ lang, Muskeln und Sehnen trocken, unter der Haut sichtbar modelliert. 

HINTERMITTELFUSS : Ziemlich kurz, senkrecht und parallel gestellt, ohne Afterkrallen (operative Entfernung erlaubt). Winkelung des Sprunggelenkes (tiblo-tarsales Gelenk) : ca. 130°. 

HINTERPFOTEN : Rundlich, Zehen geschlossen ; Ballen rauh und hart ; Krallen stark, farblich auf das Haarkleid abgestimmt. 

GANGWERK : Bewegungsablauf fliessend, regelmässig, harmonisch und ausgreifend. Mit gutem Schub aus der Hinterhand. Parallele, geradlinige Führung der Läufe. Der Widerrist bewegt sich ruhig und gleichmässig auf und ab, der Rücken bleibt gerade und Kopf und Hals pendeln nur wenig hin und her. 

HAUT : Fein, geschmeidig, gut anliegend, bei den vier Varietäten farblich unterschiedlich.

  • Berner Laufhund : Schwarz unter dem schwarzen Fell und leicht weiss-schwarz marmoriert unter dem weissen Fell.

  • Jura Laufhund : Schwarz unter dem schwarzen Fell, heller unter dem Brand.

  • Luzerner Laufhund : Schwarz unter dem schwarzen Fell und heller unter dem blaugesprenkelten Fell.

  • Schwyzer Laufhund : Dunkelgrau unter dem orangen Fell und weiss-schwarz marmoriert unter dem weissen Fell.

HAARKLEID 

HAARBESCHAFFENHEIT : Kurz, glatt, dicht, sehr fein am Kopf und am Behang. 

HAARFARBE :

Berner Laufhund

Jura Laufhund

 

Luzerner Laufhund

 

Schwyzer Laufhund

 

 

  • Berner Laufhund : Weiss mit schwarzen Flecken oder einem schwarzen Sattel ; blasser bis intensiver Brand über den Augen, an den Wangen, auf der Innenseite des Behanges und um den Anus; manchmal leicht gesprenkelt.

  • Jura Laufhund : Lohfarben mit schwarzem Mantel, manchmal schwarz gewolkt ; oder schwarz mit Brand über den Augen, an den Wangen, um den Anus und an den Gliedmassen; manchmal mit kleinem weissem Brustfleck ; dieser Fleck kann gesprenkelt sein.

  • Luzerner Laufhund : Blau, aus einer Verbindung von schwarzen und weissen Haaren, sehr stark gesprenkelt, mit schwarzen Flecken oder einem schwarzen Sattel ; blasser bis intensiver Brand über den Augen, an den Wangen, an der Brust, um den Anus und an den Gliedmassen ; ein schwarzer Mantel ist zulässig.

  • Schwyzer Laufhund : Weiss mit orangen Flecken oder einem orangen Sattel, manchmal mit einigen orangefarbenen Spritzern ; ein oranger Mantel ist zulässig.

RISTHÖHE :

Hündinnen :

47 - 57 cm

 

Rüden :

49 - 59 cm

FEHLER

Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten ist als Fehler anzusehen. Dessen Bewertung muss im Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen und mitberücksichtigen, inwieweit Wesentliches beeinträchtigt ist. 

  • Unedle, plumpe Erscheinung, schwach entwickelter Körperbau.

  • Abweichende Proportionen zwischen Länge des  Körpers, Widerristhöhe und Tiefe der Brust.

  •  Schädel zu breit, zu gewölbt oder zu flach.

  • Fang zu kurz oder zu lang, zu eckig oder zu spitz.

  • Mehr als 2 fehlende PM1 oder PM2.

  • Nasenrücken konkav.

  • Stop zu ausgeprägt.

  • Lefzen wulstig.

  • Auge hell, stechend, Augenlid nicht anliegend.

  • Behang zu kurz, zu flach getragen, zu dick, zu hoch angesetzt.

  • Hals zu kurz.

  • Wamme zu ausgeprägt.

  • Brustkorb zu wenig tief, zu flach oder tonnenförmig.

  • Rücken eingefallen (Sattelrücken) oder gewölbt (Karpfenrücken).

  • Kruppe zu steil abfallend oder zu kurz.

  • Bauch aufgezogen, Flanken eingefallen.

  • Gliedmassen zu fein oder schlecht gestellt.

  • Schultern zu steil, Oberarm zu kurz.

  • Durchgetretene Vorderfussgelenke.

  • Ungenügende Winkelungen der Hinterhand, Kuhhessigkeit.

  • Afterkrallen an den Hinterläufen.

  • Rute schlecht angesetzt, zu hoch getragen, zu stark gebogen, gekrümmt, zu grob oder Bürstenrute.

  • Rauhhaarig, nicht glatt.

  • Farb und Zeichnungsfehler :

Berner Laufhund 

  • Zuviele schwarze Spritzer.

  • Brand an der Aussenseite des Behanges.

Jura Laufhund

  • Einfarbig. 

  • Ausgeprägter weisser oder gesprenkelter Fleck an der Brust.

Luzerner Laufhund

  • Fehlende « Blau » sprenkelung.

  • Brand an der Aussenseite des Behanges.

Schwyzer Laufhund

  • Zu viele Spritzer oder einfarbig.

  • Leicht ängstliches oder leicht aggressives Verhalten.

AUSSCHLIESSENDE FEHLER

  • Gesamterscheinung nicht rassetypisch.

  • Ueber- oder Untergrosse.

  • Nase vollständig depigmentiert.

  • Ektropium, Entropium (auch wenn operiert).

  • Vorbiss, Rückbiss.

  • Posthorn-, Ringel-, Knopf- oder Hakenrute.

  • Ausgesprochen ängstliches oder aggressive Verhalten.

N.B. : Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.

    

 


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